20.09.2025 Das zweitägige Feuerwehr-Knoblauchfest zog wieder tausende Besucher an.
Erneut geriet das legendäre jährliche Knoblauchfest der Mahlberger Freiwilligen Feuerwehr am vorigen Wochenende zum absoluten Publikumsrenner. Über zwei Abende verteilt hatten sich dazu im fliegenden Wechsel geschätzt mehr als 2.000 Gäste auch aus vielen umliegenden Gemeinden eingefunden.
Es war das 25. Jubiläums-Ereignis seiner Art, nachdem es 1975 von der damals noch selbstständigen Orschweierer Feuerwehrabteilung als „der Welt größtes Knoblauchfest" erfunden worden war, anfangs über Jahrzehnte noch im Zweijahresturnus- bevor es dann mit Fusion der beiden bisherigen Abteilungen 2008 nach Mahlberg mitgenommen worden war. Auch deshalb übernahm Orschweiers Ortsvorsteher traditionell gerne wieder den freitäglich eröffnenden Freibier-Fassanstich mit nur zwei kräftigen Schlägen. Dabei schauten ihm neben ersten Gästen unter anderem auch Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz und FFW-Kommandant Thomas Obergföll über die Schulter. Schon bald füllten sich dann sowohl die komplett ausgeräumte Fahrzeughalle als auch die große Holz-Festbude und zusätzlich viele luftige Plätze davor komplett mit Festbesuchern, darunter gewohnt viele Familien. Da waren nahezu sämtliche der heuer sogar 80 aufgestellten Bierbankgarnituren bald komplett im Wechsel belegt, während die bläserstarke Schorleband des Mahlberger Musikvereins unterhaltsam aufspielte. Um es vorwegzunehmen: Auch am folgenden abendlichen Samstag riss der Besucherzustrom bei besten Sonnenwetter nicht ab. Erneut belagerten da auch wieder viele Kinder die für sie extra aufgeblasene große Gummi-Hüpfburg oder bestaunten samt Eltern die gleich nebenan auf dem Einsatz-Parkplatz abgestellten zwei Lösch- und weiteren Fahrzeuge des Fuhrparks.
Ohne gesunden Knoblauch geht in der Küche fast garnichts.
Alleinstellungsmerkmal des überörtlich beliebten Feuerwehrfestes ist nach wie vor der Einsatz von nicht wenig Knoblauch bei fast allen der angebotenen Gerichte. Darunter als Hauptrenner der Spieß-Rollbraten, vor Ort am eigenkonstruiertem und holzbetriebenem Hochgrill saftig gegart, aber auch hunderte Steaks in Kontakt-Brätern. Dieses Grund-Angebot wurde ergänzt durch alternative Knoblauch-Baguettes und Aioli-Suppe samt Salaten- da blieben dann wirklich nur die Pommes Frites frei von der gesunden Gewürzknolle. Von denen waren längst zuvor wieder rund 20 Kilo von Hand geschält worden, um komplett verarbeitet zu werden. So auch im selbst angesetzten Knoblauch-Schnaps für besonders hartgesottene Knollenzehen-Liebhaber. Neu erfunden worden waren für das Feuerwehr-Angebot rund um die lauchverwandte Gewürz- und Heilpflanze überdies neue Würste, nämlich ursprüngliche „Rote", nun als „Knoblauch-Knacker" mit entsprechend ergänztem Inhalt. An beiden Fest-Abenden schwitzte die schichtweise arbeitende Küchenbesatzung der aktiven Feuerwehrler im gerade noch zeitig nahezu fertiggestellten neuen Gerätehaus-Anbau, während insbesondere bei der Getränke-Bedienung samt Geschirrabräumen überdies auch Familienangehörige und die Jugendfeuerwehr im Einsatz waren. So waren dann rund 50 Fest-HelferInnen im Wechsel eingesetzt. Überdies waren nahezu sämtliche der aktuell 48 aktiven FFW-Einsatzkräfte samt derzeit vielen der mittlerweile 27 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und einigen Kameraden der Altersabteilung vorher schon eine geschlagene Woche lang jeweils nach Feierabend mit dem aufwändigem Budenaufbau samt Kücheneinrichtung und diversen Installationen beschäftigt gewesen. Drum lobte FFW-Kommandant Thomas Obergföll (auch selbst samt seinem Vorgänger Rolf Ackermann öfter mit in der dampfenden Küche schwitzend), zwischendurch erneut aus voller Überzeugung: „Ohne diesen kameradschaftlichen Zusammenhalt samt unserer mit anpackenden Frauen und Familien könnten wir einen solch fulminanten Festbetrieb niemals stemmen!" Lohn der Mühen nach erster Bilanz in später Samstagnacht: Trotz nochmals gesteigerter Einkaufsmengen an Rollbraten und Steaks im deutlich dreistelligen Kilobereich konnten diese abermals allesamt unter die Leute gebracht werden! Über den ungebrochenen Gästezuspruch konnte sich anschließend dann auch Kommandanten-Stellvertreter Stefan Waldinger nur freuen: „Auf unsere treuen Besucher können wir uns verlassen, das motiviert uns immer wieder!"
Liebe Gäste reisten aus der Ferne an.
Extra per Tagesreise aus der 700 Kilometer entfernten Mahlberger Provence-Partnergemeinde Malaucène hatten sich erneut acht Kameraden der befreundeten dortigen „Sapeurs Pompiers" auf den langen Autobahnweg quer durch Frankreich zum Knoblauchfest gemacht. Dies unter Führung von Christian Mischler als Vorsitzendem des „Amicale Sapeurs Pompiers Malaucène", sprich: des dortigen wichtigen Feuerwehr-Fördervereines. Die provencalische Fest-Delegation wurde hier nicht nur gewohnt herzlich mit umarmenden Wangenkuss-Bises begrüßt und teils privat, teils hotelmäßig untergebracht. Nebenher bot man ihr auch neben dem Festgeschehen ein kleines Wochenend-Programm mit Stocherkahnfahrt durch den Taubergießen samt Besuch des Ruster Naturschutzzentrums und Extra-Grill am offenen Feuer. Auch Bürgermeister Benz wiederholte sein Dauerlob für die ganz spezielle Freundschaft: Sie sei eine tragende Säule der Gemeindepartnerschaft. Das sei für die Aufrechterhaltung der Jumelage unverzichtbar. Den Vogel als weit gereister Festgast schoss indes allerdings heuer der in Orschweier seit Jahrzehnten wie ein bunter Hund bekannte Harold Rideout ab. Der ehemals hier wohnende stationierte kanadische Soldat war zwar seit Jahrzehnten nostalgie-getrieben schon öfter zur örtlichen Orschweierer Fasent herüber geflogen, doch jetzt lockte ihn über geschätzt rund 6.000 Flugkilometer erstmals extra auch endlich mal das Feuerwehrfest, von dem er schon viel Gutes vorgeschwärmt bekommen hatte. Auch Rideout bereute seine weite Tagesreise nicht, zeigte sich hell begeistert von der nun selbst erlebten unverwechselbaren Hock-Atmosphäre mit viel Gesprächsstoffen und obligatorischem Neuigkeiten-Austausch.

