18.09.2026 Im Namen der Knolle. Mahlbergs Feuerwehr feierte erneut den aromatischen Würzlauch.
Wenn zarte Knoblauchdünste vom Mahlberger Feuerwehr-Gerätehaus aus in Mahlberger Lüfte wehen, ist Eingeweihten völlig klar: Es muss sich dann wieder um ein weiteres Knoblauchfest der wackeren Wehr handeln.
So am vorigen Wochenende. Da drehte sich nämlich beim mittlerweile schon 26. Großereignis der Freiwilligen Feuerwehr wiederum alles um die ganz spezielle Gewürzknolle, höchst gesund, aber kräftig riechend. Dazu hatte FFW-Kommandant Thomas Obergföll am frühen Freitagabend zur Fest-Eröffnung zahlreiche besondere Gäste begrüßt, darunter neben dem scheidenden Bürgermeister Dietmar Benz als oberstem örtlichen Dienstherren der Feuerwehr auch wohlweislich sämtliche der sich gerade um dessen Nachfolge bewerbenden fünf Wahl-Kandidaten samt einziger Frau darunter. Extra herzlich begrüßt wurden vier teils per Motorrädern angereiste Feuerwehrkameraden der „Sapeurs Pompiers" aus der 700 Kilometer entfernten Mahlberger Partnergemeinde Malaucène. Die waren privat ohne offiziellen Delegationsauftrag angereist, wie Pascal Lombard betonte. Da knirscht es möglicherweise derzeit etwas im Jumelage-Gefüge.
Orschweiers Ortsvorsteher Bernd Dosch hatte zwar sein gewohntes Alu-Köfferchen mit gewohntem Faßanstich-Zubehör erneut mitgebracht. Dieses Mal wagte sich jedoch Benz, früher bisweilen dabei schaumstark fehlgeschlagen, mit Sicherheits-Lederschürze frohgemut mal wieder endlich selbst ans Faß. Und siehe da, er machte das angekündigte Vorhaben wahr, mit weniger als 30 Schlägen (wie kürzlich sein Ruster Amtskollege Klare es mühsam schaffte) auskommen zu wollen. Benz staunte selbst über sich: Nach nur einem einzigen gezieltem Hammerschlag saß dieses Mal der Freibier-Hahn sofort dicht!
Im Sitz-Wechsel fanden sich nahezu 2000 Festgäste ein.
Wohltönend eingeleitet hatte das Eröffnungs-Spektakel der Orschweierer Musikzug mit seinem traditionellen „San Carlo-Marsch", sodann den prächtig geglückten Fassanstich auch noch mit einem triumphalen „Saint Triphon"-Marsch extra würdigend. Alsbald wurden binnen kurzer Zeit sämtliche der 80 aufgestellten Biertischgarnituren mit 640 Sitzplätzen nahezu komplett belegt, ob drinnen in der komplett ausgeräumten Fahrzeughalle, der davor zusätzlich aufgebauten eigenen großen Holzbude oder auch noch auf dem Vorhof im Freien. Damit waren sämtliche Platz-Möglichkeiten völlig ausgereizt, denn auf dem kleinen FFW-Gelände musste auch noch eine (mittlerweile feuerwehreigene) aufgeblasene Hüpfburg untergebracht werden - zum jährlichen größten Gaudium insgesamt aberhunderter begeisterter Kinder. Dann brummte zwei Abende lang die eigene Küche auf Hochtouren- jetzt glücklicherweise mit ihrem Platz deutlich vergrößert dank der dafür umfunktionierten neu angebauten fünften Fahrzeugbox. Hier wurden am laufenden Band die allesant mit Knoblauch verfeinerten Gerichte unter die Leute gebracht, vor allem der hoch beliebte knobi-gespickte am Grill gegarte Rollbraten und die nicht minder saftigen Steaks mit, klar, ebenfalls Aioli-Zugabe. Dazu gab's wie immer neben Knoblauch-Baguettes auch sahneverfeinerte Knobi-Suppe und ebenso fein gewürzte Salate bis hin zu seit vorigem Jahr ganz neu gefragten wurstigen „Knoblauch-Knackern" als weiterem lukullischen Renner. Genau genommen wurden nur noch die Pommes Frites knoblauchfrei frittiert. Verraten wollten die FFW-Organisatoren ihre aktuell umgesetzten Braten- und Steakmengen aus geheimnisvollen Gründen nicht mehr. Doch waren es nicht weniger als im vorigen Jahr, nämlich im erfreulich dreistelligen Kilobereich. Kein Geheimnis blieb hingegen, dass insgesamt satte 18 Kilo frischer Knoblauchzehen zur weiteren internen Küchen-Verarbeitung vorab von Hand geschält worden waren. Traditionell fand sich übrigens im kompletten Getränkeangebot als Spezialität auch ein erneut selbst angesetzter Knoblauchschnaps- dieser speziell für ganz hartgesottene Genießer gedacht.
Am folgenden Samstag Abend brummte der Feuerwehr-Laden dann gewohnt noch gehöriger. Für gute Töne sorgte hier eine Auswahl des Mahlberger Musikvereins. Auch da wurden die Bank-Sitzplätze im Wechsel gleich mehrfach genutzt, so dass sich an den beiden Abenden insgesamt geschätzt rund 2000 Gäste auch aus der gesamten regionalen Umgebung bei der Mahlberger Feuerwehr eingefunden hatten. Dies wohl deutlich des Knoblauchs halber - oder auch gerade trotzdem.
In Orschweier hatte es angefangen.
FFW- Kommandant Thomas Obergföll zeigte sich samt komplettem Organisationsteam anschließend Samstagnachts recht glücklich. Dank insgesamt beim Fest über 50 in Schichten eingesetzten FFW- Helferkräften samt manchen Familienangehörigen habe man das Knoblauchfest erneut sehr erfolgreich stemmen können. Die dafür notwendigen Aufbauarbeiten schon seit vorangegangenem Montag an sämtlichen Feierabenden hätten sich gelohnt. Denn: Man wolle ja nicht nur für die Bevölkerung in Ernstfällen da sein, sondern auch gelegentlich mit ihr in gemütlicher Hock-Atmosphäre feiern. Besonders eben mit dem ungebrochen beliebten Knoblauchfest als der Welt kleinstes, einst in der früheren Orschweierer Feuerwehrabteilung erfunden. Nämlich 1975 unter der Ägide des kürzlich verstorbenen früheren FFW-Abteilungskommandanten Lothar Mutz. Damals war für die bis 2008 noch alle zwei Jahre im „Kuhdorf" Orschweier zelebrierte Aioli-Orgie die Parole ausgegeben worden: „Knoblauch fördert die allgemeine Gesundheit!" Und, klar, natürlich auch die Einsatzkraft der nun längst in Mahlberg vereinten wackeren Wehr-männer und -frauen.

